2/I/2020 Unsere Projekte

AntragstellerInnen:

Landesvorstand

Der Landesdelegiertenkonferenz möge beschließen:

Unsere Projekte

Deutlicher Fokus der Arbeit des Landesverbandes soll im nächsten Jahr inshallah (das steht hier nur, damit sich AfDler aufregen, falls sie das hier lesen. Der Abschnitt in den Klammern wird auf der LDK durch Änderungsantrag gestrichen. MsG, Felix) auf der inhaltlichen Arbeit liegen. Planmäßig stehen Wahlkämpfe nicht auf dem Tableau.

Dennoch sei erwähnt, dass wir alle Kandidat*innen nach allen Kräften unterstützen werden, die sich mit unserem Verband identifizieren können, ihm vielleicht sogar angehören.

Oberste Priorität hat für den Landesvorstand, die Brandenburgischen Jusos fit zu machen, um selbst qualifizierte politische Entscheidungen treffen zu können. Langfristig erhoffen wir uns dadurch, eine grundwerteorientierte und rational handelnde SPD zu schaffen, in der parteipolitisches Taktieren und politische Macht als Selbstzweck geächtet wird. Wir werden unsere Workshopreihe fortsetzen und bis Ende 2020 noch drei weitere Treffen organisieren. Außerdem erhoffen wir uns, dass Jusos vor Ort durch ihr erworbenes Know-How demokratische Strukturen außerhalb der Partei unterstützen können, um auch die parteiinterne Echokammer aufzubrechen. Das beginnt bei lokalen Instrumenten der Jugendbeteiligung wie Jugendbeiräten oder -parlamenten, geht aber auch über größere Bewegungen wie fridays for future.

Auch der Verband selbst muss sich stärker vernetzen. Einerseits muss die Vernetzung innerhalb unseres Bundesverbandes vorangetrieben werden, dabei sollen die ostdeutschen Verbände eine besondere Priorität haben. Dieser Rahmen soll selbstverständlich zur Entwicklung inhaltlicher Standpunkte dienen, andererseits auch Lösungen für strukturelle Probleme parteipolitischer Arbeit hervorbringen.

Beides kann aber nicht erreicht werden, wenn man nur im eigenen Saft brät. Um differenzierte Standpunkte und gefestigte Positionen entwickeln und vertreten zu können, müssen sich die Jusos Brandenburg auch mit anderen Jugendverbänden enger austauschen. Selbstverständlich ist jede Zusammenarbeit mit nationalistischen und/oder autoritären Verbänden völlig ausgeschlossen, die antidemokratische oder antipluralistische Standpunkte in irgendeiner Form billigt. Dazu gilt es vor allem, geeignete Formate zu finden, um erst einmal die Parteien des gesamten demokratischen Spektrums an einen Tisch zu holen und dann diesen Austausch Schritt für Schritt zu institutionalisieren. Gelungen ist dabei bisher die Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend als Melonenjugend. Dieses Projekt soll weiterverfolgt und erweitert werden.

Wie erwähnt ist es unser Ziel, die Strukturen unseres Verbandes zukunftsfest zu machen. Dabei werden wir alle Strukturen kritisch überprüfen und dann gegebenenfalls reformieren. Dazu wird es die Aufgabe des Landesvorstandes und des Landesausschusses sein, hier neue Wege zu finden und zu evaluieren. Um allerdings das volle Potenzial unseres Landesverbandes auszuschöpfen, müssen die Unterbezirke als sein Fundament handlungsfähig sein. Ihre Arbeit zu verstetigen bzw. inaktive Verbände zu reanimieren, ist eine Aufgabe, die der Landesvorstand nicht allein leisten kann, sondern bei der es auf die Solidarität und die Kräfte des gesamten Landesverbandes ankommt. Wir als Landesvorstand werden dennoch unser Möglichstes tun, um die Unterbezirke bei ihrer Abarbeitung zu unterstützen. Deshalb haben alle Landesvorstandsmitglieder einen oder mehrere Unterbezirke, die sie betreuen und unterstützen. Selbstverständlich wird jedes Mitglied des Landesvorstands seinen Betreuer-Unterbezirke mindestens einmal vor Ort besuchen.

Zur Repräsentation unseres Landesverbandes nach innen und außen, wird auch die Social-Media-Arbeit immer bedeutender. Auf Basis des von uns aufgestellten Social-Media-Konzepts, werden wir unsere Arbeit in diesem Bereich intensivieren und stärker über unsere Arbeit informieren. Ziel wird es sein, dass wir die Vielseitigkeit unseres Verbands auch hier präsentieren und eine Plattform schaffen, über die die Juso-Mitglieder und Nicht-Jusos* Informationen zu unserer Arbeit finden können. Wir werden die Aktionen so auslegen, dass auch Unterbezirke und andere Jusos sich mit ihren Ideen einbringen können, denn unsere Arbeit lebt vom gegenseitigen Austausch.

Doch nicht nur innerhalb der Jusos sind strukturelle Änderungen notwendig, sondern auch in der Mutterpartei. Die angesetzte Organisationskommission wird durch JusoInnen begleitet. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Transparenz der Gremienarbeit liegen sowie darauf, dass es zu keiner unnötigen Konzentration von Entscheidungsmöglichkeiten beim Landesvorstand kommt. Auch über die Kommission hinaus muss dafür Sorge getragen werden, dass parteiinterne Entscheidungen von unten nach oben getroffen werden und nicht von oben nach unten durchgegeben werden. Hier wiederum schließt sich der Kreis zum Mitglieder-Empowerment, denn nur eine qualifizierte Basis kann qualifizierte Entscheidungen treffen, genauso wie nur ein qualifizierter Landesvorstand qualifizierte Entscheidungen treffen kann. Deshalb müssen wir Jusos darauf achten, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen entscheidenden Gremien wiederfinden, die um moderne Politik bemüht sind. Dazu gehört neben Fachkompetenz auch die Fähigkeit zum solidarischen und respektvollen Umgang miteinander und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Auch Integrität, Rückgrat und Aufrichtigkeit sind wesentliche Eigenschaften für eine*n gute*n Politiker*in. In Zukunft wird also niemand unsere Unterstützung erhalten, der nur dadurch auffällt, dass er despektierlich seinen Senf zu anderen Mitgliedern gibt, gerade wenn dabei unverhohlener Sexismus und trumpeske Selbstüberschätzung zutage tritt. 

Begründung:

erfolgt mündlich

Empfehlung der Antragskommission: