4/I/2020 Unsere Projekte

AntragstellerInnen:

Landesvorstand

Der Landesdelegiertenkonferenz möge beschließen:

Unsere Projekte

Deutlicher Fokus der Arbeit des Landesverbandes soll im nächsten Jahr inshallah (das steht   hier nur, damit sich AfDler aufregen, falls sie das hier lesen. Der Abschnitt in den Klammern 

wird auf der LDK durch Änderungsantrag gestrichen. MsG, Felix) auf der inhaltlichen Arbeit  liegen. Planmäßig stehen Wahlkämpfe nicht auf dem Tableau.

Dennoch sei erwähnt, dass wir alle Kandidat*innen nach allen Kräften unterstützen werden, die sich mit unserem Verband identifizieren können, ihm vielleicht sogar angehören. Oberste Priorität hat für den Landesvorstand, die Brandenburgischen Jusos fit zu machen, um selbst qualifizierte politische Entscheidungen treffen zu können. Langfristig erhoffen wir uns dadurch, eine grundwerte-orientierte und rational handelnde SPD zu schaffen, in der parteipolitisches Taktieren und politische Macht als Selbstzweck geächtet wird. Im Februar haben wir mit einem  ersten Workshop-Tag  ein neues Format begonnen, welches die inhaltliche Arbeit der Jusos Brandenburg unterstützen soll. Angedacht war, dass dieses Jahr noch drei weitere dieser  Seminare – das Verbandswochenende  in Trebnitz inklusive – stattfinden werden, jedoch müssen wir angesichts der aktuellen Corona-Situation die weitere Durchführung aussetzen. Eine spätere Fortsetzung der Reihe bleibt unser Ziel und soll so etwa durch das für März 2021 angesetzte Verbandswochenende in Trebnitz wieder aufgenommen werden. 

Wir werden unsere Workshopreihe fortsetzen und bis Ende 2020 noch drei weitere Treffen organisieren. Außerdem erhoffen wir uns, dass Jusos vor Ort durch ihr erworbenes Know-How demokratische Strukturen außerhalb der Partei unterstützen können, um auch die parteiinterne Echokammer aufzubrechen. Das beginnt bei lokalen Instrumenten der Jugendbeteiligung wie Jugendbeiräten oder -parlamenten, geht aber auch über größere Bewegungen wie Fridays for Future.

Auch der Verband selbst muss sich stärker vernetzen. Einerseits muss die Vernetzung   innerhalb unseres Bundesverbandes vorangetrieben werden, dabei sollen die ostdeutschen Verbände eine besondere Priorität haben. Dieser Rahmen soll selbstverständlich zur Entwicklung inhaltlicher Standpunkte dienen, andererseits auch Lösungen für strukturelle  Probleme parteipolitischer Arbeit hervorbringen.

Beides kann aber nicht erreicht werden, wenn man nur im eigenen Saft brät. Um differenzierte Standpunkte und gefestigte Positionen entwickeln und vertreten zu können, müssen sich die Jusos Brandenburg auch mit anderen Jugendverbänden enger     austauschen. Selbstverständlich ist jede Zusammenarbeit mit nationalistischen und/oder  autoritären Verbänden völlig ausgeschlossen, die antidemokratische oder antipluralistische Standpunkte in irgendeiner Form billigen. Dazu gilt es vor allem, geeignete Formate zu finden, um erst einmal die Partei(jugenden) des gesamten demokratischen Spektrums an einen Tisch zu holen und dann diesen Austausch Schritt für Schritt zu institutionalisieren. Gelungen ist dabei   bisher die Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend als Melonenjugend. Dieses Projekt soll weiter verfolgt und erweitert werden. 

Wie erwähnt ist es unser Ziel, die Strukturen unseres Verbandes zukunftsfest zu machen. Dabei werden wir alle Strukturen kritisch überprüfen und dann gegebenenfalls reformieren. Dazu wird es die Aufgabe des Landesvorstandes in enger Zusammenarbeit mit dem Landesausschuss sein, hier neue Wege zu finden und zu evaluieren. Um allerdings das volle  Potenzial unseres Landesverbandes auszuschöpfen, müssen die Unterbezirke als sein     Fundament handlungsfähig sein. Ihre Arbeit zu verstetigen bzw. inaktive Verbände zu reanimieren, ist eine Aufgabe, die der Landesvorstand nicht allein leisten kann, sondern bei der es auf die Solidarität und die Kräfte des gesamten Landesverbandes ankommt. Der Landesvorstand wird aber sein Möglichstes tun, um die Unterbezirke bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Jedem Unterbezirk steht deshalb ein Mitglied des Landesvorstandes direkt zur Seite, um unbürokratisch, persönlich und verbindlich mit Rat und Tat zu helfen und zur Seite zu stehen.

Auch  im Internet soll der gesamte Landesverband, also inklusive der Unterbezirke, wesentlich   präsenter werden. Dafür wird vor allem die Social-Media-Arbeit immer bedeutender. Unser Auftritt im Netz soll deshalb strukturell überarbeitet werden, um unsere Kommunikation mit Mitgliedern einerseits und mit (Noch-)Nicht-Mitgliedern andererseits zu intensivieren und  stärker  über  unsere  Arbeit  zu  informieren. Ziel ist es, dass  wir  die Vielseitigkeit unseres Verbands auch hier präsentieren und eine Plattform schaffen, über die die Juso-Mitglieder und Nicht-Jusos* Informationen zu unserer Arbeit finden können. Die im Sommer begonnene Aktionsreihe #weAreJusosBRB soll dafür fortgesetzt und ausgeweitet werden.

Weil unsere politische Arbeit vom gegenseitigen Austausch lebt, wird die Internet-Arbeit unseres  Verbandes  konzeptuell  so  ausgestaltet,  dass  auch  einzelne  Mitglieder  und   Unterbezirke  ihre  Ideen,  Aktionen  und  Projekte  einbringen  und  vorstellen  können.  Die während der Corona-Zeit initiierten Web-Seminare zu verschiedenen Themen wollen wir  beibehalten und fortführen. Wir erhoffen uns dadurch die inhaltliche Arbeit des Verbandes zu  bereichern und mithilfe dieses Formats auch Jusos abzuholen, die bisher nicht an unseren   Veranstaltungen teilgenommen haben.

Doch nicht nur innerhalb der Jusos sind strukturelle Änderungen notwendig, sondern auch in der Mutterpartei. Die angesetzte Organisationskommission wird durch Juso-Mitglieder begleitet. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Transparenz der Gremienarbeit liegen sowie darauf, dass es zu keiner unnötigen Konzentration von Entscheidungsmöglichkeiten beim  Landesvorstand kommt. Auch über die Kommission hinaus mss dafür Sorge getragen werden, dass parteiinterne Entscheidungen von unten nach oben getroffen und nicht von oben nach unten durchgegeben werden. Deshalb müssen wir Jusos darauf achten, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen, die um moderne Politik bemüht sind, in entscheidenden Gremien wiederfinden Dazu gehört neben Fachkompetenz auch die Fähigkeit zum solidarischen und respektvollen Umgang miteinander und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Auch Integrität, Rückgrat und Aufrichtigkeit sind wesentliche Eigenschaften für eine*n gute*n Politiker*in. In Zukunft wird also niemand unsere Unterstützung erhalten, der nur dadurch auffällt, dass er despektierlich seinen Senf zu anderen Mitgliedern gibt, gerade wenn dabei unverhohlener Sexismus und trumpeske Selbstüberschätzung zutage tritt. Hier wiederum schließt sich der Kreis zum Mitglieder-Empowerment, denn nur eine qualifizierte und solidarische Basis kann qualifizierte und gute Entscheidungen treffen, genauso wie nur ein qualifizierter und solidarischer Landesvorstand qualifizierte und gute Entscheidungen treffen kann.

Empfehlung der Antragskommission: